| Seit 1980 fördern wir die Hamburger Frühjahrskonzerte der Jungen Deutschen Philharmonie. Birgit Achatz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Orchesters, skizziert ein Porträt des Frankfurter Ensembles mit Weltruf. Dieser Ruf eilt nicht nur einem Nachwuchsensemble voraus, das als Talentschmiede für die besten deutschen Berufsorchester gilt, es resultiert auch aus dem Jahr für Jahr hohen Niveau der Aufführungen, die unter Leitung der besten Dirigenten der Musikwelt dargeboten werden. Abseits von künstlerischer Stagnation und Routine vermittelt die Konzeption dieses nicht öffentlich subventionierten Orchesters eine Atmosphäre, die der Kunst in optimaler Weise gerecht wird. 1974 gründeten Mitglieder des Bundesjugendorchesters das Bundesstudentenorchester - eine Initiative, die von Anfang unter einem günstigen Stern stand: Bereits im Sommer 1976 gewann das Ensemble den Ersten Preis beim Herbert von Karajan-Wettbewerb in Berlin, wurde mit einem Schlag bekannt und nannte sich ab sofort 'Junge Deutsche Philharmonie'. Nicht zufällig geht der hohe Reifegrad des Nachwuchsorchesters einher mit neuen Ideen und einem Aufbruchsgeist, der zumindest in den 70er-Jahren geradezu als revolutionär bezeichnet werden konnte. Basisdemokratisch wurde damals festgelegt, dass alle Belange des Orchesters, wie etwa Programme, Wahl des Dirigenten oder Konzerte von der Orchesterversammlung entschieden werden. Auch Themen wie die Sitzordnung, Kleidung und neue Spielorte waren Gegenstand der Gruppendiskussion. Professor Hans Zender bezeichnete das Orchester bei der von ihm geleiteten Sommerarbeitsphase als 'extrem bildbar': Von einem hohen Niveau ausgehend, sei es doch möglich, innerhalb von Stunden oder Tagen immer höhere Stufen zu erklimmen. Oft überbietet das Orchester sogar die Leistungen von Berufsensembles. Nur auf Grund der großen Offenheit und der Begeisterung sowohl für das ganz Alte wie das ganz Neue lässt sich dieses hohe künstlerische Level halten. Durchschnittlich 1,4 Jahre dauert der 'Traumjob' auf Probe. Die hohe Fluktuation in dem 100-köpfigen Ensemble ergibt sich aus der Altersbegrenzung von 28 Jahren. Auch gibt es junge Mitglieder, die eigene Lebensperspektiven suchen und die Philharmonie früher verlassen. Immer wieder bilden sich neue Ensembles aus ehemaligen Mitgliedern, wie das Ensemble Modern, die Deutsche Kammerphilharmonie oder in jüngerer Zeit das Ensemble Resonanz. Großen Wert legt das Orchester darauf, nicht nur mit den bekanntesten Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit zusammenzuarbeiten, sondern auch die Fühler nach noch unbekannten, aber viel versprechenden Talenten am Pult auszustrecken. So arbeitete beispielsweise Ingo Metzmacher bereits vor seinem künstlerischen Durchbruch gerne mit dem Orchester. In erster Linie kann es natürlich ein Sprungbrett für den jungen Musiker sein, der eines der beiden Probespiele zu Beginn und Mitte des Jahres erfolgreich absolviert hat. Hat man sich dann auch noch in einzelnen Gremien bei den projektbezogenen Aufgaben engagiert, bedeutet der spätere Wechsel in ein anderes Orchester eine oft von diesem dankbar begrüßte 'Frischzellenkur'. Die Junge Deutsche Philharmonie ist sich selbst treu geblieben. Sie hat weiter zeitgenössische Musik im Programm, sucht den Kontakt mit Komponisten und geht neue Wege bei der Präsentation und der Suche nach ungewöhnlichen Veranstaltungsorten. Von Anfang an - genauer gesagt seit 1980 - hat das Pegasus Kulturprogramm die unkonventionellen Wege des Orchesters mit beispielhaftem Engagement begleitet und unterstützt. Für die langjährige Förderung möchten wir uns ganz herzlich bedanken. |