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Neue Kraftstoffqualitäten

Neue Kraftstoffqualitäten

In Motoren mit modernen Katalysatoren erreicht man durch die Absenkung des Schwefelgehalts im Benzin eine Absenkung der Emissionen und des Energiebedarfs.

Warum enthält Kraftstoff überhaupt Schwefel? Rohöle enthalten Schwefel, der chemisch an die Kohlenwasserstoffe gebunden ist. Die Ölfelder der Erde liefern unterschiedliche Rohölsorten, die in ihrer Qualität, ihrem Aussehen und ihrem spezifischen Gewicht voneinander abweichen. Einige enthalten viel Schwefel, wie z. B. Rohöle aus Kolumbien und Mexiko mit mehr als 3,1 Gewichtsprozent, andere sind fast schwefelfrei. Der durchschnittliche Schwefelgehalt liegt bei 1,8 Gewichtsprozent.

Welche Auswirkungen hat Schwefel?
Beim Verbrennen von schwefelhaltigen Kraft- und Brennstoffen entsteht Schwefeldioxid, ein farbloses, stechend riechendes Gas, welches in Verbindung mit Wasser - also z. B. Regen - zu schwefliger Säure wird, allgemein auch als 'Saurer Regen' bekannt. Über 80 Prozent der SO2-Emissionen werden in Deutschland durch Kraftwerke / Industrie verursacht. Seit der freiwilligen Einführung der schwefelfreien Kraftstoffe Anfang 2003 ist die SO2-Emission durch straßengebundene Verkehrsmittel in Deutschland praktisch gleich null. Zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen hinsichtlich der Senkung der Schadstoffemissionen und des Kraftstoffverbrauchs setzt die deutsche Automobilindustrie unter anderem auf direkteinspritzende Benzinmotoren. Diese erfordern zusätzliche Katalysatoren, die auch bei magerem Betrieb gestatten, die Stickoxidemissionen (NOX) zu mindern. Die dafür vorhandenen Systeme - so genannte DeNOX-Speicherkatalysatoren - sind jedoch schwefelempfindlich. Ihre Regeneration erfordert hohe Temperaturen, deren Erzeugung zusätzlichen Kraftstoffverbrauch zur Folge hat.

Darüber hinaus beeinflusst der Schwefelgehalt die Zusammensetzung des Abgases hinsichtlich Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Stickoxid im Ottokraftstoff und die Partikelemission beim Dieselkraftstoff. Das bedeutet, dass die Emissionen dieser Komponenten mit niedrigerem Schwefelgehalt abnehmen. Aus diesem Grund war die Einführung schwefelfreier Kraftstoffe in Deutschland vor dem durch die EU gesetzten Termin die Basis für die Entwicklung noch abgasärmerer Motoren und noch wirksamerer Abgasbehandlungs-Einrichtungen.

Wie sehen die europarechtlichen Vorgaben aus?
Im Rahmen der europäischen Kraftstoffrichtlinie von 1998 wurde der Schwefelgehalt der Benzin- und Dieselsorten ab 1. Januar 2000 deutlich verringert, und zwar bei Benzin von ehemals 500 auf 150 ppm und bei Diesel von 500 auf 350 ppm. Ab 2005 ist für alle Kraftstoffsorten ein maximaler Schwefelgehalt von 50 ppm (= 0,005 Gew.-%) verbindlich festgelegt. Dies entspricht einer Verringerung der bisherigen Vorgaben um 90 %. Ab 2005 beginnt darüber hinaus auf europäischer Ebene schrittweise die Einführung von Kraftstoffen mit einem maximalen Schwefelgehalt von 10 ppm. D.h. in den Ländern der EU muß es flächendeckend mindestens eine schwefelfreie Kraftstoffsorte geben. Eine vergleichbar schrittweise Einführung hatte in Deutschland im November 2001 mit der Einführung des schwefelfreien Super Plus begonnen. Wann auf europäischer Ebene alle Kraftstoffsorten schwefelfrei angeboten werden und somit ein mit Deutschland (seit dem 1. Januar 2003) vergleichbarer Zustand erreicht wird, ist z.Z. noch offen.

Anforderungen an Kraftstoffe (EU-Recht)

  1999 2000 2005
Ottokraftstoff
Dampfdruck (Sommer) kPa* max 70,0 60 60
Benzol Vol % max 5,0 1 1
Aromaten Vol % max - 42 35
Schwefel Gew. % max 0,05 0,015 0,005*)
Olefine   - 18 18
Dieselkraftstoff
Schwefel Gew. % max 0,050 0,035 0,005*)
Cetanzahl min 49 51 51
Dichte g/l max 860 845 845
Polyaromaten Gew. % max - 11 11

*.) zusätzlich muss eine Kraftstoffsorte mit 0,001 Schwefel Gew % flächendeckend vorhanden sein.



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