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Pressemeldung anlässlich der ersten Verleihung des Pegasus Theaterpreises Mobil Pegasus Preis 1999
Hamburg, 11. Mai 1999 - Der erste Mobil Pegasus Preis, den die Mobil Oil AG für Hamburger Privattheater vergibt, geht an die Hamburger Kammerspiele. Das Haus wird damit für seine in der Spielzeit 1998/99 erbrachte künstlerische Gesamtleistung ausgezeichnet. Eine unabhängige Jury aus Hamburger Theaterfachleuten ermittelte den Preisträger. Das Preisgeld von 75.000 DM soll dem Theater die Möglichkeit geben, in der Spielzeit 1999/2000 eine besonders anspruchsvolle oder mutige Produktion zu realisieren. Details hierzu werden die Kammerspiele in Kürze bekannt geben.
In der Begründung der Jury heißt es: "Die Spielplan-Konzeption 1998/99 der Hamburger Kammerspiele mit ihren vier Programmlinien - modernes Kammerspiel, Kabarett, literarische Lesungen und musikalische Abende - bietet eine für Privatbühnen unübliche Mischung und Vielfalt. Hervorzuheben sind auch das durchgängig hohe künstlerische Niveau der Inszenierungen und die Qualität der schauspielerischen Leistungen. Das Spektrum der Stückwahl reicht von der anspruchsvollen modernen Dramatik, die sich auch der Zeitgeschichte stellt, bis hin zur ironischen Reflexion des Zeitgeistes in der unterhaltsamen Komödie. Die Kammerspiele zeichnen sich durch Lebendigkeit und ein besonderes Profil aus und haben sich innerhalb der Hamburger Privattheater-Szene einen Sonderplatz erarbeitet. Mit der Produktion von Sarah Kanes 'Gesäubert' hat die Leitung der Kammerspiele unter künstlerischem wie unternehmerischem Blickwinkel außerordentlichen Mut zum Risiko gezeigt. Sie fördert kontinuierlich den spielenden wie den schreibenden Theater- und Kabarett-Nachwuchs und knüpft zudem in und mit ihrem Programm ohne penetrant pädagogischen Zeigefinger an die jüdische Historie des Hauses an."
Die Hamburger Kammerspiele sind der erste Gewinner des im letzten Herbst vorgestellten neuen Mobil Pegasus Preises für Hamburger Privattheater. Auszeichnungswürdig im Sinne der Preiskriterien sind Häuser, die im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zwängen einerseits sowie künstlerischer Qualität und Risikobereitschaft andererseits Herausragendes leisten. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Förderung von Nachwuchstalenten unter den Autoren, Regisseuren und Schauspielern.
Diese Kriterien finden im Rahmen des jeweiligen gewachsenen Profils eines Theaters Anwendung, damit Größe, Finanzstärke und Spezialisierungsgrad sich relativieren und Chancengleichheit zwischen den Häusern gegeben ist.
Empfänger des Mobil Pegasus Preises können grundsätzlich alle Hamburger Privattheater sein, die über eine feste Spielstätte verfügen und in einer Spielzeit mindestens zwei neue Eigenproduktionen herausbringen.
Die Mobil Oil AG versteht ihr neuartiges Sponsoring-Konzept als Anerkennung wie auch Förderung unternehmerischer Leistung im Bereich der Privattheater. Selbst in scharfem Wettbewerb stehend, sieht das Unternehmen eine Parallele zur Herausforderung an die Privattheater, mit knappen Ressourcen ebenfalls eine attraktive Leistung erbringen zu müssen, um am Markt zu bestehen. Gelingt es einem Theater unter diesen Bedingungen, in den Dimensionen Qualität, Risiko und Nachwuchs Herausragendes zu leisten, ist dies aus Sicht des Sponsors unterstützenswert.
Die unabhängige Jury setzt sich zusammen aus sieben Hamburger Theaterjournalisten und -wissenschaftlern. Sie beobachten intensiv und kontinuierlich das Angebot der Privattheater. |